Gasnetz mit Zukunft

Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein. Die Gasbranche arbeitet an der Weiterentwicklung der Gasnetze, um künftig verstärkt erneuerbare Gase wie Biomethan und Wasserstoff integrieren zu können.

Zum Jahresende 2024 wurden 56,2 % (entspricht gut 24,5 Mio. Wohnungen) des Wohnungsbestandes mit Gas beheizt.

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Kreisdiagram mit der Beheizungsstruktur des Wohnungsbestandes in Deutschland.

Gas und dessen Bedeutung im Deutschen Wärmemarkt

Das Potenzial ist enorm: Deutschlands gesamter Endenergieverbrauch liegt bei rund 2.500 Terawattstunden (TWh). Ein Drittel davon – also etwa 800 TWh – entfallen allein auf die Beheizung von Gebäuden und die Warmwasserbereitung. Der Strombereich rangiert mit etwa 520 TWh weit darunter.

Das heißt, wir haben in der Wärmeversorgung die höchsten Energie- und CO2-Sparpotenziale. 40 Mio. Haushalte in Deutschland emittieren rund 219 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr (Quelle: Statistisches Bundesamt (destatis), 2021).

Die Gasinfrastruktur in Deutschland besteht aus 50.000 km Hochdruckleitungsnetzen und 500.000 km Verteilnetzen. Das ermöglicht die Verteilung, den Transport und die sichere Lieferung von Gas über weite Entfernungen für Gebäude aller Art, insbesondere für Haushalte sowie Industrie und Gewerbe.

Aktuelle Daten des BDEW aus dem Jahr 2024 verdeutlichen die Bedeutung des Energieträgers Gas im Wohnungsbestand: 56 % der Haushalte in Deutschland sind direkt an das Gasnetz angeschlossen und nutzen Gas für die Beheizung und die Warmwasserbereitung.

Die bestehende Gasinfrastruktur kann auch für neue gasförmige Energieträger genutzt werden. Deshalb beschäftigen wir uns mit der Integration von Biomethan und Wasserstoff in die bestehenden Netze.

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Deutschlandkarte in die das Gasnetz eingezeichnet ist.

Das Wasserstoff-Kernnetz in Deutschland

Die Bundesnetzagentur hat am 22.10.2024 den Bau des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes genehmigt. Bis 2032 entsteht das größte Wasserstoffnetz Europas und damit ein wichtiger Pfeiler des Energiesystems der Zukunft. 

Damit ist ein zentraler Meilenstein für den Aufbau einer deutschlandweiten Wasserstoffinfrastruktur erreicht.

Sehen Sie auch die animierte Darstellung des Wasserstoff-Kernnetzes auf der Homepage der FNB Gas (Wasserstoff-Kernnetz - FNB GAS), einem Zusammenschluss der überregionalen Gastransportunternehmen in Deutschland. (Stand Juli 2025)

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Deutschlandkarte, mit dem geplanten Wasserstoff-Kernnetz.

Das Wasserstoff-Kernnetz soll den Transport von Wasserstoff ermöglichen und zentrale Wirtschaftsstandorte an das Netz anbinden. Es bildet die Grundlage für den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland. Die Ferngasnetzbetreiber schaffen damit die technischen Voraussetzungen für die künftige Nutzung von Wasserstoff. Das Kernnetz wird entsprechend der Entwicklung von Angebot und Nachfrage weiter ausgebaut.

Die Gesamtlänge des genehmigten Kernnetzes beträgt 9.040 km. Das Kernnetz besteht überwiegend aus umgestellten Erdgasleitungen. Dadurch kann ein großer Teil der bereits vorhandenen Infrastruktur weiter genutzt werden.

Gut zu wissen: Viele Rohrleitungen, Komponenten und Materialien der bestehenden Gasnetzinfrastruktur sind grundsätzlich für den Einsatz von Wasserstoff geeignet bzw. können entsprechend angepasst werden.

Quelle: Wasserstoff-Kernnetz - FNB GAS (fnb-gas.de)

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In Bayern verläuft die Leitung über Ingolstadt nach München und von dort nach Burghausen. Gemeinden, die in der Nähe des Kernnetzes liegen, können auf Basis der Planungen nach und nach mit Wasserstoff versorgt werden. Weiter abseitsliegende Orte folgen dann schrittweise.

Im Gasverteilnetz der Energienetze Bayern werden aktuell gut 160.000 Privatkunden sowie rund 600 Gewerbe- und Industriekunden mit Gas versorgt. Das unterstreicht die regionale Bedeutung der Gasverteilnetze für die Energieversorgung und den Wirtschaftsstandort Bayern. Über das Wasserstoffkernnetz kann Wasserstoff künftig überregional transportiert werden. Darüber hinaus wird die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien diskutiert, beispielsweise durch Elektrolyse mit Strom aus PV- oder Windkraftanlagen.

Die Bundesnetzagentur prüft nun, ob das beantragte Wasserstoff-Kernnetz die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Beispielsweise müssen Erzeuger von Wasserstoff, Speicher und große Verbraucher miteinander verbunden sein oder Zugänge zum europäischen Wasserstoffnetz hergestellt werden.

 Weitere Informationen zum Wasserstoffkernnetz und den nächsten Schritten finden Sie hier.

Quelle: bayernets: H2 Projekte

H2Direkt

Im Pilotprojekt H2Direkt zeigen Energienetze Bayern zusammen mit Energie Südbayern und Thüga, dass bestehende Gasnetze mit reinem Wasserstoff betrieben werden können. In Hohenwart (Pfaffenhofen a. d. Ilm) werden seit 2023 zehn Haushalts- und ein Gewerbekunde über das Ortsnetz mit 100 % Wasserstoff versorgt. Am 14.09.2023 wurde die Wasserstoff-Einspeiseanlage offiziell in Betrieb genommen.

Die bestehende Infrastruktur kann dabei weiterhin genutzt werden. Für den Betrieb mit Wasserstoff wurden die erforderlichen Anpassungen an den Kundenanlagen vorgenommen. Unser Projekt zeigt, dass der Einsatz von Wasserstoff in bestehenden Gasnetzen technisch möglich ist und praktische Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Gasinfrastruktur liefert.

Gefördert wird H2Direkt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt als Teil des Wasserstoff-Leitprojekts TransHyDE.


H2vorOrt 

Energienetze Bayern wie die gesamte Gaswirtschaft arbeitet mit Hochdruck daran, dass die heutige Gasinfrastruktur wasserstofftauglich wird. 48 Partnerunternehmen verfolgen unter H2vorOrt gemeinsam mit den Verbändepartnern DVGW und VKU das Ziel, den Energieträger Wasserstoff über die bestehenden Gasverteilnetze nutzbar zu machen. H2vorOrt ist das zentrale Gremium zur Weiterentwicklung der deutschen Gasverteilnetze für die Nutzung von Wasserstoff. Die 48 Partner betreiben mehr als 50 % der deutschen Gasverteilnetzkilometer und Netzanschlüsse.


Einspeiseinitiative Biogas

Neben Wasserstoff ist Biogas ein wichtiger Energieträger für die Energieversorgung. Aus diesem Grund hat Energienetze Bayern die Einspeiseinitiative Biogas des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterzeichnet. Ziel ist es, Hürden abzubauen, Planungs- und Genehmigungsprozesse zu vereinfachen und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für den Netzanschluss umzusetzen.